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Bereit für den Brexit

DPD ist vollständig in das Brexit-Verfahren involviert und verfügt über detaillierte Pläne, um auf alle Szenarien reagieren zu können.

 

Seit dem Brexit-Referendum hat DPD folgende Massnahmen ergriffen:

  • Bildung einer Brexit-Arbeitsgruppe
  • Anstellung von Politik- und Zoll-Experten
  • Unterstützung der Regierung und Behörden zur Aufrechterhaltung der Handelsabkommen
  • Arbeit mit den wichtigsten Einrichtungen und Behörden - Zoll, Europäische Kommission, britisches Finanzministerium -, um unseren Standpunkt im Interesse unserer Kunden zu vertreten
  • Das Engagement im Brexit-Verfahren uneingeschränkt aufrecht erhalten
  • Seine Kunden regelmässig über neueste Entwicklungen informieren
  • Sicherstellen, dass die Interessen unserer Kunden berücksichtigt werden

 

Das Diagramm auf der gegenüberliegenden Seite zeigt die fünf möglichen Szenarien, mit denen UK und die EU derzeit konfrontiert sind. Von diesen fünf Szenarien beinhaltet nur das erste Szenario eine Einigung zwischen den Parteien und würde einen nahtlosen, geordneten Austritt mit unveränderten Handelsbedingungen ermöglichen. Obwohl DPD sehr hart und engagiert daran arbeitet, die Regierungen beim Abschluss eines Handelsabkommens zu unterstützen, müssen wir uns auf die Szenarien vorbereiten, in denen das UK die EU ohne ein solches Abkommen verlässt. Aus diesem Grund haben wir einen kurzen Leitfaden erstellt, der die wichtigsten Änderungen enthält, die im jeweiligen Fall notwendig wären, damit unsere Kunden mit ihrem grenzüberschreitenden Handel fortfahren können.

 

 

Wir danken dem Institute for Government (britische Denkfabrik) für das obige Diagramm

  • Von den fünf wahrscheinlichen Brexit-Szenarien führt nur ein Szenario zu einem geregelten Brexit.
  • Die vier anderen Szenarien führen zu einem No-Deal-Brexit.
  • Ein No-Deal-Brexit wird den internationalen Handel und die grenzüberschreitenden Paketlieferungen beeinflussen.
  • DPD hat deshalb Notfallpläne erarbeitet, die in den folgenden Abschnitten erklärt werden.

Ohne Handelsabkommen müsste DPD Ihre Pakete nach UK genauso behandeln wie gegenwärtig Ihre internationalen Sendungen in den Rest der Welt.

 

Export nach und Import von UK

Unternehmen wird empfohlen: Schritte einleiten, um Handelsbedingungen neu zu verhandeln, damit diese die Änderungen in den Zollverfahren und die gegebenenfalls neuen Zolltarife, die zwischen UK und der EU gelten werden, widerspiegeln. Unternehmen müssen Produktklassifizierungscodes verwenden und prüfen, ob ihre Waren eine Ausfuhrgenehmigung benötigen. Das ist wichtig, um sicherzustellen, dass Ihre Kunden die korrekten Zollabgaben entrichten. Wir empfehlen, dass Sie den Prozess frühzeitig beginnen, indem Sie Kontakt zu den Zollbehörden aufnehmen. Wenn kein Handelsabkommen zustande kommt, müssen Sie uns Handels- oder Pro forma-Rechnungen in digitaler Form zur Verfügung stellen, damit wir Ihre Waren ausführen können.

 

Die üblicherweise erforderlichen Angaben umfassen:

 

  • Beschreibung der Waren und Klassifizierungscode
  • Wert der Waren
  • Ort der Herstellung der Waren
  • Adresse des Versenders
  • Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Importeurs
  • Adresse und Telefonnummer des Empfängers

 

Für unsere Kunden, die Waren an Verbraucher in UK verkaufen, ist es wichtig, über eine gültige Mobiltelefonnummer und E-Mail-Adresse zu verfügen und zu prüfen, ob diese Informationen an uns weitergeleitet wurden. Wie bei allen Versanddaten ist es wichtig, alle Elemente der Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse zu überprüfen und sicherzustellen, dass diese an DPD weitergeleitet wurden, so dass wir Ihren Kunden die beste Liefererfahrung bieten können. In einem No-Deal-Szenario nach dem Brexit benötigt DPD diese Informationen zudem, um Kontakt zum Empfänger aufzunehmen und die gegebenenfalls fälligen Zollabgaben und Steuern zu bezahlen. Dies müsste erledigt werden, bevor die Waren von den Zollbehörden abgefertigt und anschließend an Ihre Kunden geliefert werden können. Alternativ könnte DPD Ihnen einen Delivered Duty Paid (DDP) Service anbieten, bei dem Sie die Zollabgaben für Ihre Kunden zahlen.

Waren (HS-Code)

Ermitteln Sie die HS-Codes (HS = Harmonisiertes System) der Produkte, die Sie aus der EU exportieren möchten. Diese HS-Codes werden auch Warennummern genannt. Anhand dieser Codes kann der Zoll erkennen, um welche Art von Produkt es sich handelt und welche Mehrwertsteuer- oder Zollsätze für diese Waren gelten. Waren dürfen ohne diese HS-Codes nicht exportiert oder importiert werden. Wenn Sie verschiedene Produkte verkaufen, sollten Sie jetzt damit beginnen, diese Codes zu ermitteln.

 

Dies ist der Link zur TARIC-Auskunftsanwendung der EU: https://ec.europa.eu/taxation_customs/

Mithilfe dieser Website finden Sie Ihre HS-Codes.

 

Struktur der TARIC-Codes und der Zusatzcodes:

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

1

2

3

4

HS Chapter

HS Heading

HS
Subheading

CN
Subheading

TARIC
code

Additional TARIC
code

1 bis 6 sind weltweit identisch (mit Ausnahme einiger weniger Länder)
7 bis 10: Warenangaben
11 bis 14: Zusatzcode beim Import als Erweiterung der Zolltarifnummer

 

Handelsrechnung

Es ist zwingend erforderlich, eine Handelsrechnung oder eine Pro-Forma-Rechnung auszustellen, wenn Sie Waren versenden. Dabei handelt es sich in erster Linie um eine Erklärung mit allen Daten zu den Waren, anhand derer die Zollbehörde die zu zahlenden Zollgebühren oder Steuern errechnet. Bei geschäftlichen Transaktionen oder Weiterverkäufen wird für die Waren eine Handelsrechnung ausgestellt. Beim Versand von Waren ohne wirtschaftlichen Wert (z. B. Warenproben) wird eine Pro-Forma-Rechnung benötigt.

 

 1. Daten des Absenders
Abesender 

 

2. Gründe für den Export
Zum Beispiel Verkauf, Reparatur, Rücksendung, Rücksendung nach Reparatur, Geschenk, Probe, persönlicher Gebrauch, Austausch oder persönliche Gegenstände.

 

3. Incoterm
Geben Sie den Incoterm an, der die Transaktionsbedingungen am besten beschreibt. Zum Beispiel DDP (geliefert verzollt)

 

4. Beschreibung der Waren
Allgemeine oder ungenaue Beschreibungen sind nicht erlaubt und führen bei der Zollabfertigung zu zusätzlichen Verzögerungen. Die Beschreibung muss die Bezeichnung der Artikel, die Menge pro Artikel, die Zusammensetzung, den Stückpreis und den Verwendungszweck enthalten. Zum Beispiel wird es zur Zollklassifizierung und -sicherheit nicht akzeptiert, Artikel nur als „Proben“, „Teile“ oder „Ersatzteile“ zu bezeichnen.

 

5. Zollklassifizierung
Die im Ausfuhrland zur Klassifizierung der exportierten Waren verwendete Produktkennung. Die Angabe der Zollnomenklatur der einzelnen Produkte erleichtert die Zollabfertigung und verhindert Verzögerungen.

 

6. Herstellungs- bzw. Ursprungsland
Das Land, in dem die Waren hergestellt wurden. (Nicht das Einfuhrland)

 

7. Versandkosten
Die vom Transportunternehmen erhobenen und vom Absender bezahlten Transportkosten.

 

8. Deklarierter Gesamtwert
Gesamtwert der Transaktion für den Zoll laut der ausgewählten Incoterms. Der auf Ihrer Rechnung angegebene Gesamtwert muss dem auf dem Frachtbrief deklarierten Wert entsprechen.

 

Während der Erstellung dieses Leitfadens werden die Verhandlungen zwischen UK und der EU fortgesetzt. Es kann unmöglich vorhergesagt werden, ob ein Handelsabkommen zustande kommen wird oder nicht.

 

Wie auch immer es ausgehen wird: Wir bei DPD wissen, was im Falle eines No-Deal-Szenarios zu tun ist. Dieser Leitfaden gibt Ihnen einen thematischen Überblick. Im Laufe der weiteren Verhandlungen werden wir in regelmässigen Abständen weitere Dokumente und Empfehlungen veröffentlichen.

 

Wir werden die Fortschritte in den Verhandlungen mit den 27 EU-Mitgliedstaaten, die Grenzoptionen für Irland und die wahrscheinlichen künftigen Szenarien verfolgen. Gleichzeitig halten wir Sie, unsere Kunden, darüber auf dem Laufenden, wie diese Faktoren unsere Geschäftsaktivitäten beeinflussen bzw. wie wir davon profitieren können. Die wichtigsten Fragen - „Wird es nach dem Brexit mehr kosten, Pakete nach UK zu senden?“ und „Wird es länger dauern, die Pakete zuzustellen?“ - können noch nicht beantwortet werden. Aber wir können davon ausgehen, dass sich die Beförderungskosten und die Zustellungsdauer im Falle eines harten Brexits ändern werden. Wir werden dies weiter beobachten und Sie über aktuelle Entwicklungen auf Stand halten.

No Deal oder Harter Brexit

Das UK verlässt die EU ohne formalen Vertrag über die Bedingungen für den Austritt oder eine Einigung über neue Handelsbeziehungen. Das UK wird die WTO-Regeln nicht einhalten.

 

Hinweis

Ein No-Deal-Szenario ist ein Szenario, in dem die UK die EU verlässt und am 31. Oktober 2019 um 11.00 GMT ohne Austrittsabkommen und Rahmennedingungen für die künftigen Beziehungen zwischen dem UK und der EU zu einem Drittland wird.

 

Weicher Brexit

Austritt aus der EU, allerdings in einer möglichst engen Partnerschaft zur EU. Hierdurch könnte das UK im Binnenmarkt oder der Zollunion oder beiden verbleiben. Dies könnte britische Zugeständnisse bezüglich des freien Personenverkehrs beinhalten und EU-Bürgern ermöglichen, sich in UK niederzulassen mit Zugang zu den öffentlichen Diensten und Sozialleistungen.

 

 

Es bestehen drei Beispiele für einen weichen Brexit:

 

Weicher Brexit – Norwegen Modell

Eine Vereinbarung, bei der das UK den freien Personenverkehr erlaubt, einen Beitrag zum EU-Haushalt leistet – geringer als der aktuelle Beitrag – und sich den Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofes beugen müsste, um im Binnenmarkt zu bleiben.

 

Weicher Brexit – Kanada Modell

Bezieht sich auf ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Kanada, das viele Handelsbarrieren zwischen den beiden Ländern beseitigt, allerdings nicht so viele wie das Norwegen-Modell, das die Einhaltung von mehr EU-Regeln und einen Beitrag zum EU-Haushalt umfasst. Es gelten sehr beschränkte Zollabgaben und Steuern.

 

Weicher Brexit – Zollpartnerschaft (Chequers-Plan)

Dieser Vorschlag, der auch als Hybrid-Modell bekannt ist, würde den Warenhandel zwischen UK und Europa ohne Zollkontrollen ermöglichen. Einige behaupten, dass dies auch eine Lösung für die irische Grenzfrage wäre, weil das UK die EU-Zölle auf Waren aus anderen Ländern für die EU einnehmen würde. Wenn diese Waren im UK bleiben und die UK-Zölle niedriger wären, könnten die Unternehmen die Differenz zurückverlangen. Zölle und Steuern zu einem ermäßigten Satz gelten nur für bestimmte Waren.

 

Quellen

Neue verpflichtende Umsatzsteuerregistrierung für die Einfuhr von Waren ab 135 GBP ins Vereinigte Königreich: Wenn Sie Pakete über 135 GBP in das Vereinigte Königreich versenden, müssen Sie sich bei HMRC, dem Zollamt des Vereinigten Königreichs, anmelden, damit Sie die Mehrwertsteuer bezahlen können. Die Registrierung ist einfach. Eine vollständige Beschreibung kann hier heruntergeladen werden.