16. Oktober 2019 | Hintergrund

Sicher online shoppen: Was ein seriöses Gütesiegel ausmacht

Gütesiegel sollen sichere Onlineshops erkenntlich machen – so die Idee. Doch eine verbindliche gesetzliche Vorschrift gibt es nicht. Zudem werben einige unseriöse Händler mit frei erfundenen Gütesiegeln oder fälschen bekannte Auszeichnungen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich vor Betrug schützen können.

Was zeichnet das Gütesiegel aus?

Gütesiegel ist nicht gleich Gütesiegel: Die Zertifikate werden von privatwirtschaftlichen Unternehmen vergeben und unterliegen keiner gesetzlichen Reglung, verbindliche oder einheitliche Kriterien gibt es deshalb nicht. Nicht jedes Gütesiegel bietet Verbrauchern also einen echten Mehrwert. Prüfen Sie deshalb zunächst auf der Website des Gütesiegelanbieters, nach welchen Kriterien das entsprechende Siegel vergeben wird.

Prüfen Sie die Echtheit

Am weitesten verbreitet und von der gemeinnützigen „Initiative D21“ als verlässlich ausgezeichnet sind etwa die Gütesiegel „TÜV SÜD [email protected] Shopping“, „Trusted Shop“, „EHI Geprüfter Onlineshop“ sowie „ips – internet privacy standards“. Doch Vorsicht: Egal ob es sich um eins der als verlässlich ausgezeichneten oder ein Ihnen unbekanntes Siegel handelt: Überprüfen Sie in jedem Fall dessen Echtheit. Klicken Sie dazu im Shop auf das ausgewiesene Siegel. Sie sollten nun auf die Website des Gütesiegelanbieters weitergeleitet werden und das namentlich auf den Webshop ausgestellte Zertifikat einsehen können.

Führt der Link hingegen auf eine beliebige Seite oder lässt sich das Siegel gar nicht erst anklicken, handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine Fälschung. Zusätzlich können Sie deshalb auf der Website des Anbieters prüfen, ob der Shop tatsächlich als zertifizierter Händler gelistet ist. Übrigens: Wollen Sie nur in Shops mit einem bestimmten Gütesiegel einkaufen, können Sie sich auf der Website des Anbieters auch eine Liste aller ausgezeichneten Shops ausgeben lassen.

Kein Siegel? Nicht immer ein Problem

Doch wie sieht es mit Shops aus, die gar kein Gütesiegel führen? Gerade kleine Unternehmen oder Start-ups können sich eine Zertifizierung zu Beginn oft schlicht nicht leisten, denn die Auszeichnung kostet zwischen einigen hundert oder sogar tausend Euro – pro Jahr. Recherchieren Sie hier in Internetforen gezielt Erfahrungsberichte anderer Onlinekäufer, um die Vertrauenswürdigkeit eines Shops einschätzen zu können.

Auch ein Blick in das Impressum des Webshops kann aufschlussreich sein. Ist nur eine Handynummer oder ein Postfach angegeben oder fehlt das Impressum sogar komplett, sollten Sie stutzig werden. Denn zumindest in Onlineshops mit Sitz in der EU ist ein Impressum Pflicht.

Und im Zweifelsfall: Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl, wenn Ihnen ein Shop ein mulmiges Gefühl gibt.