10. Februar 2020 | Update

Der Greta-Effekt im Online-Handel: Deutsche E-Shopper legen zunehmend Wert auf einen klimafreundlichen Einkauf

Wer im Internet einkauft, will vor allem Zeit sparen (79 Prozent) und sich das preisgünstigste Angebot angeln (59 Prozent). Doch immer mehr deutsche E-Shopper legen auch zunehmend Wert auf das Thema Nachhaltigkeit: 66 Prozent von ihnen bevorzugen beim Online-Einkauf inzwischen Marken und Händler, die ihrer Verantwortung beim Thema Umweltschutz gerecht werden. Dies ist das Ergebnis des aktuellen E-Shopper Barometers von DPD, für das über 23.000 Konsumenten in 21 Ländern (davon 1.509 in Deutschland) befragt wurden. Innerhalb der Studie konnten mit den umweltbewussten E-Shoppern (19 Prozent), den Heavy E-Shoppern (10 Prozent) und den pragmatischen E-Shoppern (7 Prozent) drei bedeutende Käufergruppen für den deutschen Online-Handel identifiziert werden. Vor allem der Fokus der umweltbewussten Online-Käufer ist dabei klar: 70 Prozent von ihnen kaufen möglichst klimafreundliche Produkte. Im Vergleich dazu achten im Durchschnitt beim Kauf 46 Prozent auf den Umweltaspekt. 69 Prozent der umweltbewussten Konsumenten wären sogar bereit, für klimafreundliche Produkte und Services mehr zu bezahlen (Durchschnitt: 46 Prozent). Allein beim Zustellort zeigen sie wenig Konsequenz: 92 Prozent lassen sich ihre Pakete nach wie vor bis nach Hause liefern, obwohl der Empfang an der eigenen Haustür durch längere Zustellstrecken und häufig mehrfache Zustellversuche die am wenigsten nachhaltige Lieferoption ist.

Unter den deutschen E-Shoppern hat die Studie drei bedeutende Käufergruppen ausgemacht: Da gibt es zum einen die deutschen Heavy E-Shopper, die am liebsten alles online einkaufen würden und mit monatlich mehr als zehn Paketen zu den aktivsten E-Shoppern in Europa gehören. Deutlich seltener und gezielter drücken die pragmatischen E-Shopper auf den Bestellbutton (4,2 Pakete pro Monat). Für sie müssen Preis, Convenience und Lieferoptionen stimmen, bevor sie sich zu einem Kauf entscheiden. Die größte untersuchte Käufergruppe aber stellen die umweltbewussten E-Shopper, die höchsten Wert auf die Verantwortung der Marken und Händler beim Thema Umweltschutz legen (84 Prozent). Mit monatlich 4,1 Paketen stehen sie den Pragmatikern in der Häufigkeit ihrer Bestellungen dennoch in nichts nach. Und auch die Vorliebe, sich ihre Pakete nach Hause liefern zu lassen, verbindet die umweltbewussten Online-Käufer (92 Prozent) mit den Heavy (88 Prozent) und den pragmatischen E-Shoppern (81 Prozent). Die direkte Zustellung an den nächsten Paketshop kommt bislang für nur 12 Prozent der umweltbewussten E-Shopper in Frage. Und das, obwohl diese Zustelloption ein wichtiger Hebel ist, um die Emissionen auf der letzten Meile weiter zu senken.

Deutsche E-Shopper bewerten den Lieferprozess positiv

Insgesamt bewerten die deutschen Online-Käufer den Lieferprozess positiv – unabhängig von ihrem Profil. 87 Prozent aller regelmäßigen E-Shopper bewerten den Lieferprozess als einfach. Im Vergleich: Den Kaufprozess an sich bewerten nur 78 Prozent der E-Shopper als einfach. Für die Zustellung ihrer Einkäufe ist es ihnen schließlich besonders wichtig, mehrere Lieferoptionen, Echtzeitinformationen zur Lieferung und die Möglichkeit zur Lieferung am nächsten Tag angeboten zu bekommen. Mit Blick auf die bestellten Warengruppen erwerben die umweltbewussten Online-Käufer (4,7) weniger Produkttypen als die Pragmatiker (4,9) und die Heavy E-Shopper (10,4). Besonders beliebt sind bei ihnen Modeartikel (62 Prozent, Durchschnitt: 43 Prozent) und Bücher (48 Prozent, Durchschnitt: 38 Prozent). Diese Artikel kaufen sie auch schon mal im Ausland ein, wenn sie dort ein besonders gutes Angebot finden: 71 Prozent der umweltbewussten E-Shopper haben schon mal ein Produkt auf ausländischen Websites bestellt (Durchschnitt: 52 Prozent). Insbesondere China (53 Prozent) hat sich bei ihnen als beliebtes E-Shopping-Ziel etabliert.

Jede zehnte Bestellung geht per Retoure zurück

Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern hat das Online-Shopping in Deutschland einen gewissen Reifegrad erlangt. Tatsächlich kauft etwa die Hälfte der deutschen E-Shopper monatlich im Internet ein. Knapp jeder fünfte Einkauf (16,8 Prozent) wird hierzulande im Internet erledigt. Damit rangiert der Anteil der Online-Käufe in Deutschland unter den Spitzenwerten in Europa. Für deutsche E-Shopper ist der Online-Einkauf in erster Linie komfortabel und zeitsparend. Und das auch mobil: 59 Prozent kaufen regelmäßig mit dem Smartphone im Internet ein. Die Lieferung sehen die meisten Deutschen als wichtigen Teil ihres Shopping-Erlebnisses. Jedes zehnte bestellte Produkt (10 Prozent) geht inzwischen per Rückversand zurück an den Händler. Mehr als zwei Drittel (67 Prozent) empfinden auch die Rückgabe ihrer Bestellung als einfach.

Das aktuelle E-Shopper Barometer macht einmal mehr deutlich: Das Thema Umweltschutz ist im E-Commerce endgültig angekommen und spielt bei der Mehrheit der deutschen E-Shopper eine wichtige Rolle“

Andreas Reß, Chief Sales Officer bei DPD Deutschland

„Das aktuelle E-Shopper Barometer macht einmal mehr deutlich: Das Thema Umweltschutz ist im E-Commerce endgültig angekommen und spielt bei der Mehrheit der deutschen E-Shopper eine wichtige Rolle“, so Andreas Reß, Chief Sales Officer bei DPD Deutschland. „Wir von DPD haben mit unserer konzernweiten Strategie zur Nachhaltigkeit DrivingChangeTM frühzeitig die Weichen gestellt. Für uns ist die klimaneutrale Paketzustellung ohne zusätzliche Kosten für Kunden und Empfänger längst ein absolutes Muss. Hierfür haben wir die von uns verursachten Treibhausgas-Emissionen immer im Blick und arbeiten kontinuierlich daran, unseren CO2-Fußabdruck zu reduzieren.“