25. November 2019 | Hintergrund

Bezahlen im Onlineshop – aber sicher

Zwei Drittel der Deutschen gehen inzwischen online auf Shoppingtour. Statt nach einem langen Tag im Büro hektisch durch die Geschäfte zu ziehen, kaufen wir lieber entspannt vom Sofa aus ein. Knackpunkt ist hier jedoch oft die Bezahlung: Von Kreditkarte bis Bezahlsystem gibt es zahlreiche Bezahloptionen – doch welche ist wirklich sicher?

Zahlung per Überweisung

Am sichersten ist die Bezahlung per Überweisung: Sie bezahlen erst, wenn Sie Ihr Paket bekommen und die Ware in Augenschein genommen haben. Für Versandhändler bedeutet genau das jedoch ein höheres Risiko: Zahlt ein Kunde nicht, muss der Händler seinem Geld hinterherlaufen.

Zahlung per Kreditkarte

Zu den gängigsten Bezahlformen im Internet gehört deshalb die Zahlung per Kreditkarte. Sie geben lediglich die Kreditkartengesellschaft, die Kreditkartennummer sowie die dreistellige Prüfnummer auf der Rückseite der Karte ein – schon kann der Verkäufer den Kaufbetrag einziehen und die Ware verschicken. Um die Zahlung per Kreditkarte sicherer zu gestalten, gilt seit dem 14. September 2019 die sogenannte Secure Customer Authentication (SCA). Schickt der Verkäufer die Ware nicht ab oder sollte sie beschädigt sein, können Sie zudem über Ihre Kreditkartengesellschaft eine Rückbuchung erwirken.

Zahlung per Bankeinzug

Besonders bequem für Verbraucher ist die Zahlung per Bankeinzug oder Lastschrift. Haben Sie Ihre Bankdaten einmal eingetragen, wird der Rechnungsbetrag direkt von Ihrem Konto abgebucht. Der Haken: Sie müssen dem Händler Ihre kompletten Bankdaten übermitteln. Sollte Ihre Ware nicht versendet werden oder beschädigt bei Ihnen ankommen, können Sie der Abbuchung von Ihrem Konto ganz einfach binnen acht Wochen widersprechen.

Zahlung über Bezahlsystem-Anbieter

Möchten Sie Ihre Kreditkarten- oder Kontodaten nicht herausgeben, können Sie alternativ auf Bezahlsysteme wie Paypal zurückgreifen. Der Vorteil ist, dass Sie Ihre Konto- oder Kreditkartendaten nicht an jeden Händler herausgeben müssen. Doch um einen solchen Service nutzen zu können, müssen Sie ein Benutzerkonto beim betreffenden Anbieter eröffnen und Ihre Bankverbindung bzw. Kreditkartendaten dort einmalig hinterlegen. Bietet ein Onlineshop die Bezahlung über einen Bezahldienstleister an, werden Sie beim Checkout automatisch auf dessen Website weitergeleitet. Hier melden Sie sich mit Ihrem Benutzernamen und Ihrem Kennwort an und bestätigen die Transaktion. Der Dienstleister leitet die Zahlung an den Shop weiter und zieht den Betrag von Ihrem Bankkonto ein.

Zahlung per Vorkasse

Von einer Bezahlung per Vorkasse ist grundsätzlich abzuraten, denn hier liegen alle Risiken bei Ihnen. Seriöse Onlineshops bieten deshalb meist mindestens eine Alternative zur Zahlung per Vorkasse an. Wird die Ware nicht verschickt oder kommt beschädigt bei Ihnen an, haben Sie kaum eine Möglichkeit Ihr Geld zurückzufordern und sind der Kulanz des Händlers ausgeliefert. Möchten Sie trotzdem per Vorkasse bezahlen, sollten Sie sich vorab intensiv über die Vertrauenswürdigkeit des betreffenden Händlers informieren. Recherchieren Sie beispielsweise in Internetforen, welche Erfahrungen andere Kunden in Bezug auf den Onlineshop gemacht haben.

Barzahlung

Mitunter bieten Händler auch die Option an, gelieferte Ware bar in einer mit dem betreffenden Unternehmen kooperierenden Filiale zu bezahlen. Nach Abschluss der Bestellung bekommen Sie einen Bezahlschein per E-Mail zugesendet. Haben Sie die Rechnung beglichen, leitet die Filiale den Betrag an den Onlinehändler weiter, dieser versendet anschließend die Ware. Bei Reklamation oder Umtausch schicken Sie die Ware zurück und erhalten im Gegenzug den Betrag zurück.

Vorsicht, Phishing!

Generell gilt: Vorsicht vor Phising-Versuchen. Insbesondere bei Zahlungen per Kreditkarte, aber auch bei Bankeinzug versuchen sogenannte Phisher mithilfe von E-Mails, die denen von bekannten Standard-Webshops täuschend ähnlich sehen, an Ihre Kreditkarten- bzw. Bankdaten zu kommen. Betreiber vertrauenswürdiger Onlineshops würde Sie niemals per E-Mail auffordern, Ihre Bankdaten erneut in einer in der E-Mail verlinkten Website einzugeben. Haben Sie eine entsprechende E-Mail erhalten, kontaktieren Sie den betreffenden Onlineshop direkt und haken Sie nach.

Egal für welches Bezahlverfahren Sie sich entscheiden: Stellen Sie im Vorfeld sicher, dass der Shop vertrauenswürdig ist. Hier können beispielsweise Gütesiegel helfen. Überprüfen Sie außerdem das Impressum des Webshops auf vollständige Angaben und suchen Sie ggf. in Foren nach Erfahrungen anderer Kunden mit dem Shopbetreiber. Wenn es an den Bezahlvorgang geht, sollten sowohl Ihre persönlichen als auch Ihre Bezahldaten über eine sichere SSL-Verbindung verschlüsselt übertragen werden. Eine verschlüsselte Verbindung erkennen Sie daran, dass in der Adresszeile Ihres Browsers statt http nun https am Anfang der Webadresse angezeigt wird.